Mt. Armstrong | Brewster Hut

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Nachdem es mir wieder bisschen besser ging, machte ich mich auf an die Westküste – ich musste aus der Bude raus. Zudem war gutes Wetter für die Gegend dort gemeldet und ich wollte noch ein paar Wanderungen machen. Also erst einmal bis nach Franz Josef, wo ich im fast verlassenen YHA Hostel untergekommen bin. Dabei hatte ein ganzes 5 Bett Zimmer für mich alleine – Luxus pur! Was ein Unterschied noch zu Januar, wo das Dorf fast aus allen Nähten platzte und tausende an Busse jeden Tag ankamen. Echt schick hier in der Nebensaison!

Am ersten Tag war ich zu Sonnenuntergang am Fox Glacier und sah zu, wie die Bergkette zu Glühen begann.

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Da ich mich nicht mehr ganz fit fühlte für die 2 Tages Wanderung, die ich ein paar Tagen vorhatte, machte ich ein kleine 8 Stunden Wanderung auf den Alex Knob. Die Route führte durch dichtesten Regenwald und Matsch – eigentlich weniger spektakulär, aber mit immer wieder schönen Ausblicken auf den Gletscher und die Bergkette. Begleitet wurde ich den ganzen Weg von einem kleinen Vogel, ,dem New Zealand Fantail – einem kleinem, neugierigen, schwarzen Vogel mit weiß getreiften Federn hinten, der mir den ganzen Track entlang hinterher flog. Mein Versuch in mal auf meiner Hand landen zu lassen scheiterte jedoch – lag wohl am ‚Essen‘ dass ich ihm versucht habe anzubieten.

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Die restlich Zeit verbrachte ich im Hostel und ruhte mich aus. Das Hostel hatte eine Sauna, die ich jeden Tag genutzt habe und nach 4 Tagen war es dann soweit – ein paar Tage gutes Wetter stand bevor. Also früh raus dem Bett, noch schnell das nötigste für die nächsten Tage eingekauft und dann ab zum Haast Pass. Einen kleinen Umweg legte ich jedoch noch ein. Denn als ich aus dem Hostel raus gegangen war, schien die Sonne und es hing noch ein Nebel bzw. Morgentau über den Feldern – und so fuhr ich noch schnell zur nahen Lagune und wurde nicht enttäuscht!

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Jetzt aber zum Haast Pass. Direkt nach Franz Josef sammelte ich einen Tramper vom Straßenrand ein – Gun aus Südkorea – und fragte ihn, ob er mit mir die Wanderung machen möchte. Er stimmte zu, ohne zu wissen auf was er sich da eingelassen hat. Der Track zur Brewster Hut war mit 3 Stunden angegeben und führte dabei durch dichten Regenwald, bis hoch zur Baumgrenze, von dort über extrem rutschiges Tussock Gras weiter bis zum Sattel, auf dem die Hütte steht. Angefangen hat der Track erstmal mit einer Flussquerung – schöne Begrüßung direkt zum Start!

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Der Weg im Wald verlief über ziemlich rutschige, ausgewaschene Wurzeln, durch Matschlöcher in denen ich bis zum Knöchel drinnen stand und das alles in einem so dermaßen steilen Winkel, dass ich mich teilweise auf allen Vieren fortbewegen musste, um einigermaßen Halt zu haben. Im Wald selber war es heiß und schwül, dass wir sofort im Schweiß standen.

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An der Baumgrenze angekommen führte es über Tussock Grad und rutschige, matschige Steine hoch zum Sattel, wo sich die Hütte befand. Die Wolkendecke kam dabei immer näher und bald standen wir mitten in dieser. Dazwischen ergaben sich immer wieder geniale Blick runter in das Tal und erst dort wurde mir klar, wie viele Höhenmeter wir schon wieder hinter uns hatten – knapp 1.100 m bis hier hin und weitere 1.000 m noch bis auf den Gipfel!

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Das ist übrigens die Toilette der Hütte – inklusive Aussicht!

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Da wir schneller als geplant waren, beschlossen wir heute noch Mount Armstrong zu besteigen. Zum Glück haben wir es gemacht! Oberhalb der Wolkendecke schien die Sonne und der Brewster Gletscher und dessen Gipfel kamen stellenweise zu Vorschein. Der Weg hoch jedoch war die reinste Qual. Es gab nämlich keinen. Dort standen zwar ab und zu ein paar Steinmännchen, an denen wir uns grob orientierten konnten, aber diese hörten genauso regelmäßig auf, wie sie einfach wieder im Nirgendwo anfingen. Deshalb fing ich schnell an meinen eigenen Weg zu suchen und markierte diesen mit Steinen für den Abstieg. Es ging also hinter der Hütte direkt weiter.

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So ging es erst einmal weiter über gemein rutschige Mossflächen und tiefen Matsch, bis wir uns über der Wolkendecke befanden. Von dort war die Sicht bereits atemberaubend. Wenn es aufklarte, konnten wir bis Mount Aspiring schauen und mit den Wolken im Tal ergab sich ein ganz anderer Sinn für die Dimension der ganzen Landschaft!

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Zum Gipfel des Mount Armstrong führte der Weg über Schnee- und Geröllfelder und über durch Gletscher geprägte und geformte Landschaften. An der Spitze machten wir eine kurze Rast, ein paar Bilder und dann direkt wieder nach unten, um vor der Dunkelheit an der Hütte zu sein.

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Als wir mit dem Abstieg begannen, schien die Sonne bereits sehr und ich hoffte nur, dass wir es vor Dunkelheit zur Hütte schafften. Die Hütte hing teilweise wieder in den Wolken, manchmal klarte es jedoch urplötzlich wieder auf. Mit der untergehenden Sonne ergab sich eine Lichtstimmung, die echt klasse war. Die Sonne strahlte die restlichen Flanken der Berge in einem intensiven Orange an, wohin gehen der Rest bereits bläulich im Schatten und teilweise im Nebel lag. An einem Teich war trotzdem noch Zeit genug für ein paar Sprungbilder.

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Wir erreichten die Hütte noch gerade so vor komplettem Sonnenuntergang – halb im Nebel und halb in der Sonne.

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Bevor wir geschafft in unsere Schlafsäcke legten, schwätzen wir noch ein wenig mit den anderen Leuten in der Hütte. Inzwischen waren 5 andere Leute dazu gekommen und es war eine gemütliche Atmossphäre in der Hütte. Am Morgen des nächsten Tages klingelte für mich früh der Wecker. Ich hoffte auf einen schönen Sonnenaufgang und kletterte dazu wieder einen Teil des Berges hinter der Hütte hoch. Es war leider zu bewölkt, aber eine schöne Lichtstimmung entstand dennoch. Die Sonnen kam in einem kleinem Spot auf der rechten Seite hervor und strahlte die Wolken dort an, während der Rest in einem Nebel / Wolken Gemisch lag.

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Nach einem eher zweckmäßigem Frühstück stand der Abstieg bevor. Meine Knie und ich freuten sich gar nicht drauf. Zudem war durch die Nacht alles nass geworden und somit noch rutschiger als ohnehin schon. Ein paar Mal hab ich mich hingelegt, aber alles in allem sind wir sicher wieder runtergekommen und ich muss zugeben, die Brewster Hut ist eine der schönsten Hütten an denen ich bisher war!

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Published by

Daniel Ernst

26 year old self taught photographer. Currently travelling around the world; at the moment New Zealand.

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