Allein auf einem Gipfel

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Die Gegend um Mount Cook begeistert mich schon seit meinem ersten Besuch dort, weshalb es mich dort immer wieder hin zurücktreibt. Das Tal umrundet von Gletschern, rauhen Bergspitzen und diese Farbvielfalt ist einfach einzigartig! Als ich die letzten Tage dort war, bin ich mit einem anderen Ziel hingegangen: Ich wollte eine Nacht auf einem Berg campen – Sterne, Sonnenauf- sowie den Sonnenuntergang fotografieren. Beim zweiten mal hat es dann geklappt!

Den Berg der Mueller Hut habe ich mir als Campplatz ausgesucht. Also 2.200 Stufen one way mit anschließender Geröllkraxelei hoch. Den Weg zur Mueller Hut kennt ihr ja sicherlich noch, aus meinem vorherigen Beitrag. Dieses mal mit 15 kg Rucksack – vollgepackt mit Zelt, Isomatte, Schlafsack, Essen und Klamotten.
Wie ich bereits vorher erwähnt habe gab es 2 Versuche – ich bin also diesen Weg stolze 2 mal innerhalb von 3 Tagen laufen. Beim ersten mal ist das Wetter kurz vor dem Gipfel umgeschlagen, dass ein Aufbau des Zelts zu schwierig gewesen wäre. Der Wind hat einen fast umgeblasen. Leicht deprimiert musste ich mich also wieder auf den Abstieg begeben.

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2 Tage später Versuch Nr. 2! Wieder hoch, all die Stufen, das Geröll – nur dieses mal mit dem Unterschied in besten Konditionen zu laufen. Die Sonne schien, der Wind war lediglich eine kleine Briese und meine Laune bestens! Bis zu den Zeitpunkt, an dem sich mein Knie zurückmeldete. Das hat leider bei Abstieg Nr. 1 etwas gelitten und meldete sich jetzt auf halber Höhe in Form von einem starken Stechen und Ziehen zurück. Was nun machen? Runter geht noch mehr aufs Knie und jetzt bin ich schon dreiviertel des Weges oben. Also auf die Lippen beißen und durchziehen. Ich hab dieses mal echt meine Zeit gebraucht, langsam habe ich mich den Berg hochgequält und es nach ein paar Stunden auch geschafft. Schnell noch den Umweg zur Hütte und die Wasservorräte aufgefüllt und ab den perfekten Platz zum Campen suchen. Durch meinen ersten Aufstieg wusste ich schon ungefähr eine Richtung und hab mir dieses zum Glück mit Steinmännchen markiert, sodass ich relativ schnell wieder an genau dieser Stelle stand.

Und dort war ich – ganz alleine, irgendwo auf einem Berg mit Blick auf Mt. Sefton und Mt. Cook, absolute Stille und ein malerisches Alpenpanorama! Zelt aufbauen und genießen. Der über 1.000 m Tiefblick ins Tal war mehr als unnatürlich. Übrigens war das ganze bequemer als es aussieht ;-)

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Ich war so geplättet, dass ich um 16 Uhr schlafen ging. Mit Wecker auf 19.30 Uhr in der Hoffnung noch den Sonnenuntergang mitzubekommen. Als dieser dann klingelte und ich aus dem Zelt stieg, war eine leichte Endzeitstimmung. Eine dicke Wolke lag über den Bergen und ich habe ein wenig Angst vor einen Unwetter bekommen. Schnell ein paar Bilder gemacht, das Zelt mit noch schwereren Steinen gesichert und ab wieder in den Schlafsack und einfach hoffen, dass es nicht hier runter kommt.

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Kurz nach Mitternacht wachte ich nochmal auf, weil in meiner Nähe ein paar Steine geklappert haben. Bei eigentlicher Stille dann doch etwas gruselig. Als ich aus dem Zelt schaute, sah ich Sterne – der Himmel war aufgeklart und die dicke Wolke verschwunden.

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Um 6 Uhr klingelte der letzte Wecker. Ich stand auf, um den Sonnenaufgang zu sehen. Und dieser war mehr als spektakulär. Es war eisig kalt, ich hatte alle Klamotten an, doch dann als die Sonne ihren ersten Strahl über die Kante der Berge wurf, wurde es schön warm. Bis dahin glühte der Horizont immer mehr. Die Gipfel von Mt. Cook und Mt. Sefton fingen an rot zu glühen, bis sie dann ganz in der Sonne standen. Der Sternenhimmel wurde immer blasser, bis der Himmel in einem sanften blau getaucht wurde. Mein persönliches Highlight meiner Reise bisher. Dieses Gefühl dort oben alleine zu stehen, das alles zu sehen und zu erleben – einfach grandios!

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Die ersten Sonnenstrahlen tauten mich dann wieder auf, ich schoss noch ein paar Bilder und saß mich dann hin, um es einfach nur anzuschauen. Nach einer Zeit baute ich dann mein Zelt ab, frühstückte und machte mich auf den Abstieg.

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Published by

Daniel Ernst

26 year old self taught photographer. Currently travelling around the world; at the moment New Zealand.

5 thoughts on “Allein auf einem Gipfel”

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