West Coast

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Neuseelands Westküste – meine neue Hassliebe. Schwärme an Sandflies, viel Regen, Kälte und einfach eine deprimierende Stimmung. Aber sieht man darüber hinweg ist der Highway 6 wohl einer der schönsten Straßen, die man hier auf unserem Planeten finden wird. Über Serpentinen, die sich die steilen mit Regenwald bewachsenen Bergen hoch winden, bis hin zu langen geraden, die genau neben dem Meer entlang führen. Die Straße muss man sich so vorstellen: Links von einem ist eine Sanddüne, direkt dahinter das Meer – rechts von einem ist ein dichter Regenwald, welcher an dem Fuße eines Berges endet. Als i-Tüpfelchen liegt auf dem Berg noch ein Gletscher. Das alles ergibt eine extrem spektakuläre Landschaft, bei der man innerhalb von 20 Minuten von einem Gletscher ins Meer springen kann.

Soviel Tolles nun zur Westküste, doch einen ganz gewaltigen Haken hat die Sache. Die Szenerie wäre absolut beeindruckend, wenn man sie sieht. Genau! Meistens versperren dicke Wolken und viel Regen die Sicht bzw. behindern einen daran überhaupt nach Draußen gehen zu können.

Wie zum Beispiel unser erster Stop – Lake Matheson. Es wäre das picture perfect. Ein ruhiger See im Vordergrund, dessen Wasseroberfläche so still ist, dass sich in dieser Mount Cook und die komplette Bergkette im Hintergrund spiegeln würde. Leider hat mir das Wetter auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht – und so blieb es nur ein 0815 See mit ein paar Bäumen.

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Das nächste Ziel war der Franz-Josef-Gletscher – ein etwa 10 km langer Gletscher, benannt nach Franz Joseph, dem I. von Österreich 1865 durch den deutschen Entdecker Julius von Haast. Zusammen mit Luise und Anna, die wir im Fox Glacier kennengelernt haben und Alex, den ich in Wanaka wieder getroffen habe und letzten Endes mehr als 5 Wochen zusammen verbracht habe, machten wir den einfachen Track zum Gletscher. Der Gletscher war schon beeindruckend, aber hat mich nach meiner Woche am Mount Cook nicht mehr wirklich vom Hocker gehauen – schön anzusehen war er trotzdem!

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Weiter ging es an der Küste weiter in Richtung Hokitika, einer der größeren Städte an der Westküste mit sagenhaften 3.000 Einwohnern. Hoki liegt direkt am Meer und hatte trotz der geringen Einwohnerzahl ziemlich viel zu bieten. Es gab Restaurants, nach 250 km einen vernünftigen Supermarkt, eine Tankstelle und ein kleines Hostel. Im Endeffekt blieben wir 5 Tage in dem Hostel, weil es uns zu gut gefallen hat. Nach einem Tag kannte man jeden und es war eine sehr familiäre Atmosphäre.

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Nur ein paar Kilometer nördlich der Stadt liegt die Hokitika Gorge. Und das ist wieder einer der Gegenden Neuseelands, die man auf einem Bild sieht und denkt: “Ne so kann das da ja gar nicht in Echt aussehen – ist bestimmt gephotoshopped!” Aber nunja, man wird doch immer wieder eines besseren belehrt und das Wasser der Gorge war tatsächlich genauso wie auf den Postkarten – ein extrem leuchtendes, sattes Blau!

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Die Autofahrten waren teilweise etwas langweilig, da es dort meistens ewig lange geradeaus geht und man alle paar Stunden Gegenverkehr hat. Hinzu kommt kein Radioempfang und kein Handyempfang – dann blödelt man eben ein bisschen rum während der Fahrt!

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Ein paar Tage drauf hing wieder dieses typische Westcoast Wetter den ganzen Tag über der Stadt – Regen pur. Um den Nichtstun aus dem Weg zu gehen fuhren wir mit Hannah und Hanna nochmal zur Gorge. An der Gorge hat es in Strömen geregnet und weil wir eh schon durchnässt waren, sprangen wir auch direkt mal in die Gorge rein! Um es vorwegzunehmen: Das Wasser fühlt sich genauso kalt an, wie es aussieht. Gespeist durch Gletscherwasser und gefühlte unter 10°C, haben sich wie tausend kleine Stiche angefühlt – und trotzdem einer meiner besten Dinge die ich hier gemacht habe!

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Nun hört mein Blog auf chronologisch zu sein und wir machen einen Zeitsprung von rund 3 Wochen. Nach meiner Zeit in Hanmer Springs, Rakaia, Kaikoura, Nelson und Arbeit auf einer Rinderfarm (jaja Beitrage dazu folgen) kam ich nochmal zurück an die Westküste, um den letzten Zipfel zu bereisen. Dazu fuhr ich zusammen mit Flora aus Nelson nach Karamea über eine 180 km lange Sackgasse. Da das ganze direkt am Meer entlang führt, gab es zahlreiche Möglichkeiten mal anzuhalten, ein paar Meter am Strand laufen und Picknick machen. Alles in meinem neuen Auto – ein 1996 Subaru Legacy Allrad Kombi zum drinnen schlafen – perfekt!

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Die nächsten Bilder zeigen, was mir an der Westküste so gefällt: die raue Landschaft. Überall ragen Felsspitzen aus dem Wasser, die Wellen krachen mit einer Geschwindigkeit und Lärm an die Küste, es weht eine frische Briese und man ist zu 90 % meist alleine – das macht die Gegend dann doch schon wieder liebenswert. Von den Fotomöglichkeiten mal ganz abgesehen!

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Published by

Daniel Ernst

26 year old self taught photographer. Currently travelling around the world; at the moment New Zealand.

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