Trip zum Milford Sound

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Mitten im Fiordland National Park liegt wohl eines der berühmtesten Plätze Neuseelands – der Milford Sound. Der 15 Kilometer lange Fjord gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO und wird gerne als achtes Weltwunder bezeichnet. Und ich muss auch zugeben – der Milford Sound ist eine der schönste Landschaften, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe. Entstanden durch unglaublich große Naturkräfte der Gletscher in der Eiszeit, reicht der Fjord bis zur Tasmansee, der Wasserfläche zwischen Neuseeland und Australien. Das Gebiet um den Fjord liegt 120km von der nächsten Ortschaft weg, man muss die Neuseeländischen Alpen von Te Anau aus überqueren und durch einen elend langen, nebligen, unbeleuchteten Tunnel fahren – allein der Weg war somit ein echtes Abenteuer!

Eigentlich wollte ich, wie im letzten Eintrag erwähnt, mit einer Cessna dort hinfliegen. Der Flug wurde leider im letzten Augenblick, aufgrund von Nebel, gestrichen. Also stand ein spontaner 700km Roadtrip vor mir – und somit mein erster richtig großer hier in Neuseeland. Durch die Entfernung zur “Zivilisation” muss alles selbst mitgebracht werden – Essen, Trinken und wichtig: Sprit – auf der Strecke ist nix mit Empfang oder Handynetz. Ich hab mich für meine 2 Tage dort in eine Lodge eingebucht, einer Art Alpenhütte, mit nur dem nötigsten aber wenigstens einem Dach übern Kopf. Meine Packliste sah in etwa dann so aus, mit Wasser im Kofferraum natürlich :)

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Das wichtigste von den Sachen war aber eindeutig die Regensachen. Denn der Milford Sound hat noch eine andere Berühmtheit – Regen. Viel Regen. Durch die direkt angrenzenden neuseeländischen Alpen ensteht ein Steigungsregen und der Milford Sound gehört zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Jährlich fallen hier bis zu 8.000 mm Niederschlag. 8.000 mm!!! Zur Vorstellung: umgerechnet sind das 8 m (METER) Niederschlag jährlich. Und das wurde mir vor Ort auch ausreichend demonstriert – es regnete, nein es schüttete wie aus Eimern. Aber so komisch das auch klingen mag, angeblich ist der Milford Sound bei Regen mit am Schönsten. Und es war so – dazu aber später mehr.

Mit ausreichend Krempel für die nächsten Tage gings also los. 7.30 Uhr in Queenstown und nun Richtung Te Anau direkt an den Alpen. Der Weg dorthin war schon super. Kilometer lang ging es stump geradeaus, vorbei an gefühlt einer Millionen Schafe – lebende, sowie platt gefahrene auf der Straße – durch Mini Ortschaften. Frühstück hab ich einer Art American Dinner gehabt. Und ich kam mir vor wie in einem Film, ständig kam die Bedienung vorbei und schank neuen Kaffee nach.

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Nach etwa 2 Stunden kam ich schließlich in Te Anau an und habe der letzten Tanke meine Kiste bis Unterkante Oberkante mit Spirt aufgefüllt. Am Ortsausgang ging es vorbei an Warnschildern die einen fragen, ob man sich gut fühlt und ob man genug Sprit, Essen und Zeit dabei hat – hatte ich, also ab in die Wildnis. Kurz nachdem ich die Stadt verließ habe ich noch einen Tramper aufgesammelt, der auch das gleiche Ziel hatte und schon seit 4 Stunden vergeblich am Warten war. Pat(rick), 29 Jahre, aus den Staaten und ich war froh, dass ich die Strecke durch und über die Alpen nicht alleine machen musste.
Die Straße führte erst durch ein Tal mit den Namen The Divide, bis hin zum Beginn der Alpen. Dort wo ich im nächsten Bild hinzeige mussten wir fahren. Dann mitten durch den Berg, auf der anderen Seite wieder ins Tal und wir sind da. Die Landschaft war jetzt schon klasse und ich hatte bereits das Gefühl, sehr weit weg von allem zu sein – kein Netz, kaum Menschen & Autos, eine Stille, wie man sie kaum noch kennt – einfach super :)

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Am Fuße des Berges angekommen wurde es grün. Entlang der Bergkette zieht sich ein Regenwald und so fühlte ich mich auch. Überall waren Kea’s, eine der wenigen Papageien, die außerhalb der Tropen und auch im Schnee leben können, also bestens in den Alpen aufgehoben sind. Anfangs fand ich die Viecher noch super, da sie dem Menschen auch ziemlich vertraut waren und bis auf ein paar Zentimeter an einen ran kamen. Eins nervt aber: sie haben die Dichtungsgummis der Autos zum Fressen gerne – und so mussten wir immer aufpassen, dass sich eins der Biester an dem Gummi den Bauch vollhaut. Schön zum Ansehen waren sie aber trotzdem. Jedenfalls waren wir nun mitten im Regenwald, bis zum Horizont war Baum an Baum aneinander gereiht. Zwischen den Bäumen verläuft ein türkisblauer Gletscherfluss und dieser Anblick wird durch die rauen Berge und deren Gletscher abgerundet.

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Wir kamen nach ein paar Stunden am Homer Saddle an. Und hier wartet der Homer Tunnel auf uns – ein unheimlicher Tunnel. Der knapp 1.5 km lange Tunnel besitzt lediglich einen einzigen Fahrstreifen und die Tunnelwände sind unverkleideter Granit. In ihm geht es ziemlich bergab, er ist unbeleuchtet und somit ist es stockfinster, von den Wänden tropft Wasser und zudem war auf meiner Durchfahrt noch Nebel – super oder? ;) Um den Tunnel herum ist eine beeindruckende Landschaft. Es gibt Gletscher, Eishöhlen, Wasserfälle in einer unwirklich wirkenden Umgebung.

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Um ein Gefühl für die Größe zu bekommen, sieht man hier mein Auto mal im Bild. Der mickrig silberne Fleck im unteren Teil ist es.

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Nachdem der Tunnel hinter uns lag, öffnet sich eine mit Regenwald bedeckte Schlucht, die zum Milford Sound führt. Über eine Serpentinenstraße geht es nun von 1.000 m wieder runter auf die Höhe Meeresspiegel.

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Auf dem Weg gab es dann immer wieder kleinere Sehenswürdigkeiten, unter Anderem Wasserfälle, Seen und The Chasm. Ein Fluss der sich über die Jahre hinweg einen Weg durch einen Felsen gegraben hat und dabei den Felsen extrem rund und kurvig geformt hat. Der Weg dahin dauerte etwa 20 min von der Straße und führte durch ein sehr verträumten Wald.

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Doch auch die Fahrt hatte dann ein Ende. Also direkt in die Hütte eingecheckt, den Rucksack dort abgestellt und aufgemacht zum Fußmarsch Richtung Milford Sound. Das Wetter war naja – ziemlich windig, sehr bewölkt und zwischendurch immer mal ein kräftiger Schauer. Aber auch das war klasse, da durch den Regen sich überall an den Berghängen Wasserfälle bilden, die die Gegend nochmal um einiges beeindruckender erscheinen lassen. Deswegen sagt man auch, dass es eigentlich an Regentagen am Schönsten sei. Ich kam bei Ebbe an und konnte dadurch noch weiter in den Fjord reinlaufen – ich hatte noch nie das Gefühl so klein zu sein. Um mich herum kamen Wasserfälle mit einem tosenden Lärm von über 300 m die Berge hinuntergeschossen, die Spitzen der über 1.600 m hohen Berge waren von Wolken umschlungen und mittendrinne stand ich.

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Teilweise war es echt ein Problem da ordentliche Bilder zu schießen. Immer wieder kam ein neuer Regenschauer zusammen mit einem schönen Schauer und ich musste wieder alles abbauen und durfte jedes mal die Linsen und Filter aufs Neue sauber machen. Aber ein paar gute Bilder kamen trotzdem dabei raus :)

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Am nächsten Tag stand eine Bootstour über den Sound auf dem Plan. 8.00 Uhr Abfahrt, planmäßig. Zu meinem Glück waren aufgrund des Wetters nicht genug Leute dort und die Fahrt wurde gestrichen. Nach 2 Stunden im Fährterminal, konnte ich dann schließlich die Fahrt beginnen und sie war einfach geil. Es ging raus bis auf die Tasmansee, ich sah Pinguine und Seelöwen. Auf der Fahrt stand ich die ganze Zeit auf dem Oberdeck im Freien. War zwar mega ungemütlich, da der Wind samt den Regentropfen mir ins Gesicht peitschte, es wackelte wie sonst was und es einfach nur kalt war – egal, das war’s wert!

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Published by

Daniel Ernst

26 year old self taught photographer. Currently travelling around the world; at the moment New Zealand.

11 thoughts on “Trip zum Milford Sound”

  1. Hi Daniel,

    wirklich ein toller Blog mit klasse Fotos. Ich verfolge und lese deine Unternehmungsberichte gerne und finde vor allem Neuseeland bzw. Hong Kong sehr spannend (vielleicht auch, weil ich erst kürlich in China und Australien war – auch wenn das nicht ganz vergleichbar ist).

    Weiter so mit der Berichterstattung und beste Grüße in Richtung Südhalbkugel!!! ;-)

  2. Hallo Daniel, Daniel Ernst hier, bin beim googeln meines Namens auf deinen Blog gestossen. Liest sich interessant und die Bilder sind toll. Wünsche dir noch viel Spass in Neuseeland. LG Daniel Ernst :-)

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